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Die Reform des französischen Turfs

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 BeitragVerfasst: Do 8. Nov 2018, 14:02   
Jockey
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Beiträge: 44
Danke für den Einwand , Racingman

- Für Nicht Premium Rennen zahlt die PMU keine Sonderzuschläge an die Veranstalter. Die werden nur im Internet bewettbar sein, also nicht in den festen Hauspool fliessen. Dort sind deutlich geringere Umsätze zu erwarten.

- Hongkong wird wohl ziemlich sicher mit einigen Veranstaltungen reingenommen.

- Wettstar und Eurotierce verdienen wegen der PMU Beteiligungen einen Sonderstatus. Nachvollziehbar. Hängt mit dem zusammen, was nach Absprache mit den Rennvereinen - die ja jetzt stattfindet - an Zeitmargen zur Verfügung steht ohne das Konzept zu verändern. Nicht alle angebotenen Termine werden sich realisieren lassen. Bei freien Termine sind die genannten sicher prioritör und auch Ausweitungen auf vier Rennen würde ich nicht ausschliessen, wenn dadurch die Balance Galopp/Trab nicht gestärt wird.

- Mit Nettoverlusten sind die Beträge gemeint sein, die vom Gesamtumsatz gezahlt werden. Das war unsauber formuliert - habe ich jetzt geändert. Die liegen bekanntlich zwischen 2,5 und 3 % vom Umsatz.

Ns. War zwischen Tür und Angel. Sorry, sollte nicht vorkommen. Nobody is perfect.


Zuletzt geändert von hippotel am Do 8. Nov 2018, 16:16, insgesamt 1-mal geändert.

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 BeitragVerfasst: Do 8. Nov 2018, 14:51   
Rennleitung

Registriert: Mo 1. Nov 2010, 12:11
Beiträge: 1015
Wir schreiben heute schon den 8. November, und im Hause PMU hat man immer noch nicht den Terminkalender zusammen, der ab 1. Januar gelten soll. Das wirkt ziemlich mit der heißen Nadel gestrickt. Nur noch sieben Wochen.


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 BeitragVerfasst: Do 8. Nov 2018, 20:09   
Rennleitung

Registriert: Mo 1. Nov 2010, 12:11
Beiträge: 1015
Kleiner Hinweis an GaloppOnline: Der Geschäftsführer von France Galop heißt Olivier Delloye, nicht Gilles Delloye (das war mal ein Chantilly-Trainer und späterer Funktionär).

Der Europa-Abgeordnete Jean Arthuis hat Jour de Galop auch ein Interview gegeben
http://www.jourdegalop.com/2018/11/les- ... rt-arthuis
und darin gesagt:
„Wenn nichts passiert im aktuellen Kontext, sind France Galop und LeTrot in zwei Jahren zahlungsunfähig.“
(„Si rien n’est fait, dans le contexte actuel, les sociétés-mères seront dans deux ans en cessation de paiement.“). Damit wird die alarmierende Analyse aus dem Wirtschaftsmagazin Capital bestätigt (das bereits für nächstes Jahr Probleme erwartet hatte, wenn nicht gehandelt wird).


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 BeitragVerfasst: Do 8. Nov 2018, 21:06   
Jockey
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Registriert: Do 24. Apr 2014, 12:02
Beiträge: 44
Der Umkehrschluss ist dann wohl, wenn was passiert dann …
Die ersten Schritte sind bereits vollzogen. Weitere werden folgen und zum Schluss gilt:
Too big to fail


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 BeitragVerfasst: Do 8. Nov 2018, 22:48   
Rennleitung

Registriert: Mo 1. Nov 2010, 12:11
Beiträge: 1015
Das Galopperforum wird ja nur von einer winzigen Minderheit gelesen, während der Deutsche Sportverlag mit seinen Medien den deutschen Turf nachrichtenmäßig beherrscht. Dadurch, dass nun endlich auch die Publikationen des DSV über die Situation in Frankreich berichten, weiß bald auch der Letzte im hiesigen Rennsport, dass in Paris Alarmstufe Rot herrscht.

Jean Arthuis hat im Interview ein Beispiel zitiert, wie gespart werden soll, durch einen Vergleich der Personalstärke in zwei Trainingszentren. In Senonnes gibt es für 600 Vollblüter nur vier bis fünf Angestellte des Trainingszentrums, während es in Maisons-Laffitte für 500 Pferde immerhin 32 Angestellte sind. In ML soll nach seiner Meinung kräftig gespart werden.

Neulich hatte Zaungast hier eine Fusion von DVR und HVT vorgeschlagen. So weit geht Monsieur Arthuis in Frankreich nicht, aber er möchte, dass der ganze Verwaltungsbereich, der Galopper wie Traber betrifft, in der gemeinsamen Rennbahnvereinigung zusammengelegt wird, um Kosten zu sparen.


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 BeitragVerfasst: Fr 9. Nov 2018, 06:24   
Jockey

Registriert: Do 5. Mai 2016, 23:41
Beiträge: 15
@Racingman

Ja und Nein: „noch“ wird das Galopperforum wohl nur von einer Minderheit gelesen. Die „Qualität“ der Leser muss man aber auch geeichten - und: der Traffic auf und in duesem Forum wird mE sehr zunehmen, erstreckt wenn und da hier die eine und andere „Insiderinformation“ gehandelt wird.


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 BeitragVerfasst: Fr 9. Nov 2018, 08:55   
Jockey

Registriert: Mo 4. Jul 2011, 21:56
Beiträge: 11
Um den PMU-Zukunftsplan besser verstehen zu können, hat mir eine Aussage des neuen PMU-Chefs geholfen, die mehr oder weniger zwischen den Zeilen steht und sowohl nationale und internationale Bahnen betrifft, denen PREMIUM-Veranstaltungen entzogen werden.

So gibt es neben der bisherigen Katalosisierung zwischen PMU- und PMH-Rennen -meinem Verständnis nach- demnächst als 3. Kategorie sogenannte "CSI-Rennen".

CSI-Rennen (??? Courses sur Internet ???) sollen nicht auf Equidia, aber auf der (nationalen) PMU-Internet-Pllattform übertragen werden und dort im (noch) kleinen E-Pool bewettbar sein. Damit stärkt die PMU die Internetwetten, die sie wegen der rechtlichen Probleme im Lande mehr oder weniger vernachlässigt hat, die in anderen Rennsportländern (z.B. Schweden, Hongkong, USA) das Erfolgsmodell der letzten 10 Jahre waren und die Umsatzverluste auf der Bahn und im stationären Geschäft mehr als ausgeglichen haben.

Den nationalen (Provinz-)Veranstalter, denen ein Teil ihrer Premium-Renntage auf CSI-Level "downgegraded" werden, wurde zugesagt, dass sie für 2019 weiterhin die Veranstalterpauschale (mehr als 50.000 Euro) sowie die Finanzierung der gewohnten Rennpreise erhalten und so, zumindest kurzfristig, keinen wirtschaftlichen Verlust erleiden.

Inwieweit dieses CSI-System auch auf regelmässige internationale Veranstaltungen angewendet werden wird, dazu ist mir bislang nichts bekannt. Allerdings sollen z.B. grosse internationale Veranstaltungen, die ausserhalb der neuen EQUIDIA-Time-Slots liegen, demnächst auf der PMU-Internet-Plattform laufen.


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 BeitragVerfasst: Fr 9. Nov 2018, 16:13   
Rennleitung

Registriert: Mo 1. Nov 2010, 12:51
Beiträge: 154
Wohnort: Menz (Magdeburg)
Ich verstehe die Panik bzgl der PMU-Rennen nicht, oder mir fehlt der Durchblick!?
Für Magdeburg ergibt sich folgende Rechnung:
Erstattung der Rennpreise von 35.000 € bei sieben Rennen.
Ich habe aber nur die Hälfte an zahlenden Zuschauern, minus 15.000
Ich habe die Hälfte an Umsätzen, minus 15.000
Ich zahle etwas mehr Züchterprämie
Ich entwöhne die Besucher, die Franzosen sprechen hingegen von Rückeroberung!!!
Ich werde Probleme mit der Stadt bekommen, ich werde Probleme mit den Sponsoren bekommen, und mit meinen Catering sowieso.
Weshalb sollte ich PMU-Rennen veranstalten?

Es sei denn andere Vereine haben wesentlich bessere Bedingungen.
Würde mich auch nicht wundern.

Heinz Baltus


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 BeitragVerfasst: Fr 9. Nov 2018, 16:17   
Rennleitung

Registriert: Fr 19. Nov 2010, 21:54
Beiträge: 7981
Wohnort: münchen
endlich mal eine darstellung eines praktikers. danke herr baltus ...


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 BeitragVerfasst: Fr 9. Nov 2018, 17:52   
Rennleitung

Registriert: Mo 1. Nov 2010, 12:11
Beiträge: 1015
Na ja, Herr Baltus, der Unterschied zwischen Magdeburg und Neuss ist der: Der Herrenkrug hat jede Menge treue Seelen, die Eintritt zahlen, die auf der Bahn wetten und die dort auch gastromäßig konsumieren (weil am Eingang der Cheffe steht, der nicht nur Wildschweine, sondern auch Getränkeschmuggler vertreibt, hi hi). Neuss findet BISHER quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Eintritt ist gratis, trotzdem kommt keiner. Also auch kaum Umsatz am Wettschalter und in der Gastro. Da ist PMU dann die Rettung, während es für Magdeburg entbehrlich ist.

Am morgigen Samstag findet die Terminsitzung der Traber für 2019 beim HVT in Berlin statt. Ein unnützer Termin, denn die PMU-Veranstaltungen stehen noch nicht fest, und ohne diese Kenntnis macht eine Terminplanung keinen Sinn. Der HVT hat angeblich Änderungen in Paris beantragt, weiß aber darüber noch nicht Bescheid (wobei den Rennvereinen die Änderungswünsche nicht einmal mitgeteilt wurden). Da wäre es sinnvoller gewesen, den Termin der Berliner Sitzung zu verschieben. Das Ehepaar Baltus wird den Ausflug in die Hauptstadt sicher touristisch nutzen können.


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 BeitragVerfasst: Fr 9. Nov 2018, 19:23   
Jockey

Registriert: Mo 1. Nov 2010, 17:07
Beiträge: 56
Na ja Herr Baltus, da gibt es aber auch andere Erfahrungen, z.B. Leipzig am 13.10. Der Renntag wäre ohne PMU nicht zu finanzieren gewesen. Aber dass kann ja jeder Rennverein selbst entscheiden, ob er einen PMU Renntag macht oder nicht und ob es sich rechnet oder nicht. Aus Sicht des Gesamtsports fehlen aber wahrscheinlich ca. 20 Renntage für Trainer, Reiter und Besitzer und ca. 1,5 Mio Euro an Rennpreisen und das ist dramatisch!


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 BeitragVerfasst: Fr 9. Nov 2018, 19:35   
Rennleitung

Registriert: Mo 1. Nov 2010, 08:37
Beiträge: 1269
@mannheim,

und was nehmen wir daraus mit, dass es solche und solche Rennvereine gibt. Leider hat diese PMU Geschichte dazu geführt, dass einige Vereinsbosse bzgl. Zuschaueraquise, Bewirtung etc. etc. jeden Ansporn verloren haben und sich dachten die Franzosen richten es ja. Nun haben die selbst ihre Schwierigkeiten. Damit müsste eigentlich jedem klar sein, dass F nicht den deutschen Galoppsport sanieren wird, aber dafür haben sie am Point of sale das Sagen.


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 BeitragVerfasst: Fr 9. Nov 2018, 20:17   
Rennleitung

Registriert: Mo 1. Nov 2010, 12:11
Beiträge: 1015
In Neuss hat die PMU-Absicherung dazu geführt, dass man sich hat hängen lassen. Und jetzt, wo die Stadt dem Verein die Pistole auf die Brust setzt, unternimmt man auf einmal große Anstrengungen, um Publikum auf den Rennplatz zu bringen. Fairerweise muss man dazu sagen, dass sich Magdeburg auch schwer tun würde, Besucher und Sponsoren im Winter in den Herrenkrug zu kriegen.

Das große Risiko mit der PMU-Kooperation besteht darin, dass kein Mensch weiß, was 2020 und danach wird. Die rechte politische Partei in Frankreich ist in Umfragen jetzt schon stärker als Macron, und falls die die Macht übernähme und den halbstaatlichen Organisationen France Galop/LeTrot/PMU die Zusammenarbeit mit dem Ausland untersagte („Frankreich zuerst“), stünde der deutsche Turf plötzlich ohne Partner da.


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 BeitragVerfasst: Fr 9. Nov 2018, 22:32   
Rennleitung

Registriert: Sa 14. Jan 2012, 11:56
Beiträge: 1181
Racingman hat geschrieben:
Das große Risiko mit der PMU-Kooperation besteht darin, dass kein Mensch weiß, was 2020 und danach wird. Die rechte politische Partei in Frankreich ist in Umfragen jetzt schon stärker als Macron, und falls die die Macht übernähme und den halbstaatlichen Organisationen France Galop/LeTrot/PMU die Zusammenarbeit mit dem Ausland untersagte („Frankreich zuerst“), stünde der deutsche Turf plötzlich ohne Partner da.
"Frankreich zuerst" in Anlehnung an das Wahlkampfmotto Trumps zielt sicherlich auf ganz andere Bereiche als den Rennsport. Die internationale Ausweitung der PMU kann ja im Umkehrschluss genauso wenig Macron oder gar Hollande zugerechnet werden. Auch sind es keine rechten Kräfte, die die Ausweitung jetzt wieder rationalisieren möchten.

Man hat in Frankreich auch wohl weniger Lust auf die teilweise 6-Pferde-Rennen, die man übernehmen musste, und möchte sich jetzt mit den 3- bis 4-Rennen-Veranstaltungen die "Rosinen", also die mit vielen Startern, rauspicken.

_________________
Besuchte Rennbahnen mit Galopprennen: Baden-Baden, Bremen, Cuxhaven, Dortmund, Düsseldorf, Gelsenkirchen-Horst, Honzrath, Hooksiel, Köln, Krefeld, Mülheim, Neuss, Sonsbeck


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 BeitragVerfasst: Sa 10. Nov 2018, 00:04   
Rennleitung
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Registriert: So 3. Jun 2012, 20:19
Beiträge: 800
Wohnort: Dortmund-Mitte
mannheim hat geschrieben:
und das ist dramatisch!


Seit den Anfängen der Strukturreform immer Drama, dramatisch, Panik, und irgendwie geht dann doch alles weiter, Magdeburg versteht die ganze Panik nicht, man selbst versteht noch viel weniger.


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